Der andere Stammbaum
der Werlen von Münster. Beginn 1699.
Im Jahre 1900 Anhang in einem Schreiben
an den Staatsrat im Zusammenhang mit einem
Burgerrechtstreit. Autor Adolph Werlen.

 
                                                                                                  
  Unterschiede in der Ahnenverkettung  
            

Wie in der Strafverfolgung, gibt es auch in der Ahnenforschung den Indizienbeweis. D. h. Ahnenreihen werden auch dann verkettet, wenn ein eindeutiger Abstammungsbeleg fehlt, aber aufgrund von Indizien die Abstammung so angenommen werden kann. Wobei im Gegensatz zur Strafverfolgung, viele Autoren von Stammbäumen ihr Urteil schon fällen, wenn sie keine Indizien finden, die gegen ihre Annahme sprechen.

Werden in einer Ahnenkette folgende zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt, ist der Verdacht zulässig, dass in der Ahnenkette, d. h. in der Linie oder im Zweig eines Stammbaums, eine oder mehrere Verbindungen aufgrund von Annahmen bestimmt wurden:

 
 
1.
Bedingung: Der Vater kann nicht mehr aus den Kirchenbüchern abgeleitet werden. Taufen wurden ab 1604 erfasst, d. h. aus dem Taufeineintrag kann mit Glück noch ein um 1570 geborener Stammvater abgeleitet werden. Das Glück benötigt man, weil wegen der Lücken in den Kirchenbüchern, für die meisten der letzte zurückverfolgbare Taufeintrag 1664 endet, bei den Obergestlern und Oberwaldern sogar schon 1725/1726.  
2. 
Bedingung: Während zwei bis drei Generationen keine Notablen in der Ahnenkette. D. h. keinen Vater, Schwiegervater, Sohn oder Onkel, der als Amtsperson, Offizier, Notar, hoher Geistlicher oder sonst mit einem speziellen Status erwähnt wird.
 
 

Für betroffene Obergommer: Sollte auch die Ahnenkette Ihrer eigenen Vorfahren vorzeitig diese Bedingungen erfüllen, dürfen Sie sich trotzdem an Ihrem Stammbaum erfreuen. Erstens, die Annahmen stimmen wahrscheinlich und zweitens wurden Personen verknüpft, die tatsächlich existierten und die Ihren Namen trugen. Zudem: Über die Mutterlinien, haben Sie sowieso Stammväter, die schon im 14. Jh. lebten.
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In der heutigen Zeit sind die meisten Genealogen der Ansicht, dass in Stammbäumen nur eindeutig belegte Abstammungen berücksichtigt werden sollten. Auch ich teile diese Ansicht. Ich respektiere und berücksichtige aber alle (plausiblen) Arbeiten! Da in den alten Obergommer Stammbäumen fast immer Quellenhinweise fehlen, wäre ich schon aus zeitlichen Gründen nicht in der Lage andere Stammbäume auf nicht belegte Verbindungen zu untersuchen.

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