Digitale Collage


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obwohl bei der Aufnahme dort
niemand stand ...    [ Zoom - ]
 
                                                                                                     
  Geistergeschichten                                           Seite 1 von 3        
              

Arme Seelen sind geisterförmige Erscheinungen Verstorbener, die zwar nicht zur Hölle verdammt wurden, aber erst in den Himmel aufsteigen dürfen, wenn sie auf der Erde ihre früheren Sünden abgebüsst haben. Zur Busse sind sie meistens in den Gletschern eingeschlossen. Man trifft sie aber auch auf einsamen Alpen, auf Friedhöfen und anderen unheimlichen Orten. Begegnungen mit ihnen führen meistens dazu, dass man bald erkrankte und starb, manchmal aber auch nur dadurch auffiel, dass über Nacht die Haare weiss wurden. Eine Ausnahme war vor 300 Jahren der Pfarrer von Münster Gilg Werlen. Er zeichnete sich nicht nur durch Gelehrsamkeit, sondern auch durch tiefe Frömmigkeit aus. Über seine Beziehungen zu den Verstorbenen erzählte man die seltsamsten Dinge. So auch folgende Geschichte:

Arme Seelen auf dem Friedhof

Pfarrer Gilg Werlen verliess in der Nacht oft seine Wohnung und ging auf den Friedhof. Dort sprach er mit den Verstorbenen der Pfarrei. Bis auf zwei Ausnahmen wusste er von allen, die in seiner Amtszeit verschieden waren, wo sich ihre Seelen befanden. Der Pfarrer hatte auch Gesinde, denn er betrieb ein ansehnliches Bauerngut und konnte bis an die 12 Kühe wintern. Eines Nachts schlich ihm einer seiner Knechte nach und sah ihn vor einem Grab im Gebet versunken. Rund um ihn standen viele Menschen. Der Knecht schlich näher. Da drehte sich einer von ihnen um und schaute ihn an. Es war sein kürzlich verstorbener Vater. Was dann noch geschah hat der Knecht nie erzählt. Er kränkelte aber von nun an und starb noch im gleichen Jahr.

Aus "Wallisersagen", 1907 vom Geschichtsforschenden Verein veröffentlicht.
 

 

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Eine weitere Geistergeschichte, siehe
nächste Seite.

 
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